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[30.06.2008] Sozialassistenten beteiligten sich beim Umzug des Naumburger Hussiten-Kirschfestes 
erschienen : Naumburger Tageblatt 

Fahnenschwenker vor 38 prächtigen Bildern

Viel Beifall für 1 400 Darsteller - Erstmals Lamberty und Notgeld

400 Darsteller mehr und acht zusätzliche Bilder - im 980. Jahr der Stadt Naumburg präsentierte sich der Festumzug des Hussiten-Kirschfests am Sonnabend gegenüber dem des Vorjahrs noch farbenprächtiger und vielfältiger. Als auf der Marktbühne die Theatergruppe Poeta Historica um Dr. Volker Püschel mit ihrem Schauspiel zur Hussitensage begann, setzte sich der Zug auf dem Marienring in Bewegung. Pünktlich 14 Uhr, wie Yvonne Schulze, Mitarbeiterin der Stadtverwaltung, am Markt per Sprechfunk von Kulturmanager Stefan Klaschik, der den Zug dirigierte, beim Passieren des Kramerplatzes erfuhr.

Dem Zug voran schritt Fahnenschwenker Ringo Fischer. Mit Kraft und Geschick warf er das über vier Quadratmeter große Tuch immer wieder in die Luft, kündigte den an den Straßenrändern stehenden zahlreichen Zuschauern an: Jetzt geht es los. So konnte Alt-Oberbürgermeister und Justizminister a.D. Curt Becker, der zum zweiten Mal das Geschehen von der Marktbühne aus kommentierte, fast mit dem Schlag der Uhr der Wenzelskirche um 14.30 Uhr die berühmte Prokopszene ansagen.

Mit gezogenen Lanzen rannten die Bernauer Briganten als Hussiten auf das Publikum zu, um ihre Stärke zu demonstrieren. Schlechte Nachricht für den Rat brachte zudem der Herold des Prokops. Weil der Naumburger Bischof, dargestellt auch in diesem Jahr von Dr. Matthias Becker, die "Tötung Jan Hussens angeordnet hat", müsse die Stadt jetzt dafür büßen. Dazu jedoch kam es dank der weiß gekleideten Mädchen und Jungen der Salztorschule nicht. Mit dem Lehrer von der Schul´ flehten sie auf Knien um Gnade. Prokop Hartwig Glotze war ob dieser Szene gerührt, verkündete lauthals: "Eure Stadt sei frei." Ein Jubelschrei erklang, der wohl auch des Prokops Pferd erreichte. Es tänzelte, so dass Glotze kurzzeitig absteigen musste. Den ihm von Bürgermeister Bernward Küper als Zeichen der Versöhnung gereichten Pokal mit Saale-Unstrut-Wein leerte der Anführer der Hussiten wieder auf dem Pferd sitzend, wie es Brauch ist.

Danach setzte sich der Zug, an dessen Spitze auch Aachens Oberbürgermeister Dr. Jürgen Linden sowie die Bürgermeisterin der Naumburger Partnerstadt, Hilde Scheidt, und die Vertreter der Aachener Ratsfraktionen Ruth Wilms (CDU), Rosa Höller-Radtke (SPD) und Carolina Kronenwerth (FDP) in historischen Kostümen schritten, wieder in Richtung Vogelwiese in Bewegung. Prominente Unterstützung erhielten sie vom traditionsreichen Aachener Karnevalsverein Oecher Penn. Dass dieser nicht nur bei der Verleihung des Ordens wider dem tierischen Ernst für tolle Stimmung sorgen kann, bewiesen die 150 in blau-weiß-rot-schwarze Uniformen gekleideten Mitglieder auch im Festzug. Mit einer Kanone voran - etliche Zuschauer befürchteten, mit Konfetti beschossen zu werden - marschierten Gardisten und Spielleute auf. "Sonst könnt ihr sie nur im Fernsehen sehen, beim Kirschfest gibt es sie live", rief Sprecher Becker freudig aus.

Außerdem forderte er vom Publikum "Handgeklapper". Das ließ sich nicht lange bitten, spendete reichlich Beifall. Und das nicht nur bei diesem Bild. Geklappert wurde ebenso bei den diesjährigen Neuigkeiten. So war erstmals der Holzbildhauer Muck Lamberty zu sehen, der in den 20er Jahren vor allem durch seinen sinnenfrohen Lebenswandel weit über Naumburg hinaus bekannt geworden war. Matthias Tränkner hatte für dieses Bild mit Orgelbauer Jan Werner nicht nur einen gut bekannten Muck Lamberty, sondern mit 40 Erwachsenen und 20 Kindern eine illustre Gesellschaft versammelt. Im Reigen tanzte sie über den Markt. Ebenso bunt folgte das nächste neue Bild: "Als die Not nun stieg zum Gipfel". Schüler der Medizinischen Berufsakademie, fesch gekleidet im Stil der Goldenen Zwanziger, warfen mit Naumburger Notgeld-Scheinen um sich. Zuvor hatten das Privilegierte Schützenkorps und der Schützenverein Neidschütz-Boblas mit Böllern für geräuschvolle Akzente gesorgt.

Somit lautstark angekündigt, folgte das Bild "Naumburger Bürger", in dem Bau-Verantwortlicher Christoph Hamel, Oberbürgermeister a.D. Hilmar Preißer sowie weitere Stadträte mitwirkten. In ihren grün-weißen Kostümen folgten Schüler der Albert-Schweitzer-Schule mit dem Bild "Leben in den kleinen Gassen". Durch zahlreiche Vereine wurde der Zug sportlich, durch sechs Musikkapellen klangvoll. Auch international kam er daher. So trugen Schüler der Alexander-von-Humboldt-Schule verschiedene Flaggen, gehörte zum Bild der Stifterfiguren ein Student aus den USA. Und an der Bühne verfolgte ein Kanadier das Geschehen: Der gebürtige Naumburger Dietrich Altenburg, der seit 1958 in der neuen Welt lebt, jedoch seit Jahren immer wieder das Kirschfest besucht. Er, wie die vielen Zuschauer, hatte seinen Besuch nicht bereut. "Ein toller Umzug. Allen Mitwirkenden gebührt ein großes Dankeschön.

  




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