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[25.07.2017] Heilpädagogen lernen wie ein Trampolin sinnvoll als Therapiegerät eingesetzt wird 
erschienen : Naumburger Tageblatt 

Mehr als ein Hopse-Gerät

THERAPIE In einem Kurs erfahren künftige Heilpädagogen, die an der Medizinischen Berufs-Akademie ausgebildet werden, wie das Trampolin sinnvoll eingesetzt wird.

Die Gruppe der künftigen Heilpädagogen unter Leitung von Kerstin Dietrich verfolgen die Bewegungen der Jugendlichen, die auf dem Trampolin springen. FOTO: TORSTEN BIEL

Sie sind stets in Bewegung - die Jungen und das Trampolin, das in einer Ecke der Turnhalle der Medizinischen Berufs-Akademie (MBA) steht. Die Jugendlichen der Wohngemeinschaft in Possenhain des Kinderbauernhofs Burgenland haben ihren Spaß, genießen das ausgelassene Springen hinauf in luftige Höhe. Für eine Gruppe Frauen bildet dieser Nachmittag in der Turnhalle indes einen Teil ihrer berufsbegleitenden Ausbildung zum Heilpädagogen.

Viele positive Effekte

Dozentin Kerstin Dietrich vermittelt in einem Kurs, wie das Trampolin zu Therapiezwecken auf vielfältige Weise Verwendung findet. „Es kann zur Schulung des Gleichgewichts und der Koordination dienen. Es spricht zudem die Wahrnehmung an. Der Springer muss sich ja im Raum orientieren. Außerdem hilft es zum Abbau von Anspannungen“, nennt die Dozentin einige der zahlreichen Vorteile des therapeutischen Trampolinspringens. Und nicht nur für die Springer, ob Kind oder Erwachsener, sondern auch für den jeweiligen Heilpädagogen hat das Sportgerät seinen Nutzen. „Das Trampolin funktioniert wie eine Art Lupe. Geschulte Personen können am Springer mögliche Defizite erkennen“, erklärt die 39-Jährige.

40 Stunden dauert der spezielle Kurs, zweieinhalb Jahre die komplette berufsbegleitende Ausbildung an der MBA, die derzeit zehn Erwachsene absolvieren. Dies sind meist Erzieher und Heilerziehungspfleger, die in verschiedenen Einrichtungen, verstreut über den gesamten Burgenlandkreis, tätig sind. Darunter auch Mareike Krüger-Gulich, die in der Wohngemeinschaft in Possenhain als Erzieherin arbeitet und die vier Jungen im Alter zwischen zehn und 17 Jahren zum Kurs mitgenommen hat. Bevor mit der Eröffnung der Turnhalle im vergangenen Jahr das Gebäude auch als Ausbildungsstätte und auf Wunsch von Kerstin Dietrich das Trampolin zur Verfügung standen, fuhr die Gruppe der Auszubildenden regelmäßig in die Turnhalle des Burgenland-Gymnasiums in Laucha. Nach einer Trendwelle vor einigen Jahren, in denen das Sportgerät in vielen Kindereinrichtungen Einzug gehalten hat, sei das Trampolin nach Unfällen wieder verbannt worden, bedauert Kerstin Dietrich. Deshalb sei es wichtig, vor allem das richtige Verhalten im Umgang mit dem Gerät zu vermitteln. Rücksichtnahme, die eine soziale Komponente in die Arbeit mit dem Trampolin einbringt, sei da entscheidend.

Unterricht nach der Arbeit

Die zehn Schützlinge von Kerstin Dietrich werden in Kürze ihre berufsbegleitende Ausbildung abgeschlossen haben. Der Unterricht fand dabei an Wochenenden oder nach der Arbeit statt. In den zweieinhalb Jahren haben sich die künftigen Heilpädagogen mit Hilfe von Kindern verschiedener Einrichtungen geschult. Eine schriftliche sowie eine fachpraktische Prüfung bilden den Abschluss. Am 1. August startet an der MBA der nächste Ausbildungskurs.

Lange Tradition

Bereits in den 1960er-Jahren sind die therapeutischen Effekte des Trampolinspringens innerhalb psychomotorischer Ansätze entdeckt worden. Als Begründer der Psychomotorik gilt der gebürtige Eisenacher Ernst „Jonny“ Kiphard (1923 - 2010). In der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Gütersloh tätig, führte er 1961 das Trampolin-Springen ein und erlebte Fortschritte in der Koordination und im Selbstbewusstsein der Kinder.

  




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