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[04.12.2009] Ein Rollstuhlparcours mit Barrieren auf Dachterrasse - Fachschüler der Fachrichtung Heilerziehungspflege richten Projekttag zum Internationalen Tag der Behinderten  
erschienen : Naumburger Tageblatt 

Ein Rollstuhlparcours mit Barrieren auf Dachterrasse
 
VON CONSTANZE MATTHES

Um die Hütchen im Rollstuhl: Der Parcours, den auch Sandra Scharschmidt meistert, war Teil eines Projekttages in der MBA.
FOTO: TORSTEN BIEL

NAUMBURG - Franziska Tröger ließ die bunten Hütchen im Slalom hinter sich. Auch den leichten Anstieg einer Holzrampe bewältigte sie mühelos. Doch eine wenige Zentimeter hohe Kante zwang die 24-Jährige zum Stillstand. Ihr Rollstuhl bewegte sich kein Stückchen weiter. "Das war schwierig", bemerkte die künftige Pharmazeutisch-technische Assistentin und Schülerin der Medizinischen Berufs-Akademie (MBA) Naumburg, als sie wieder auf ihren beiden Beinen stand und zum ersten Mal einen Rollstuhlparcours auf der Dachterrasse der Schule hinter sich gebracht hatte.

Dieser war eine Station während eines Projekttages in der MBA anlässlich des Internationalen Tages der Behinderten, den die Heilerziehungspfleger des ersten Ausbildungsjahres vorbereitet hatten. "Wir wollen die Aufmerksamkeit auf die Schwierigkeiten lenken, die Behinderte im Alltag erleben und bewältigen müssen", bemerkte Dozentin Kerstin Dietrich. Der Großteil der derzeit 26 jungen Frauen und Männer in diesem Fach werden nach der Ausbildung in integrativen Einrichtungen oder Pflegeheimen arbeiten. "Die Arbeit mit Behinderten ist deshalb ein Ausbildungsschwerpunkt", erklärte die Dozentin weiter.

Weitere Stationen waren ein kleiner Sinnespfad sowie Spiele, die gemeinsam mit Schülern der MBA sowie der siebten Klasse der Naumburger Käthe-Kruse-Schule durchgeführt wurden. Für diese war der Besuch in der Bahnhofstraße ein Erlebnis, wie Klassenlehrerin Sandra Dunker versicherte: "Sie haben sich sehr gefreut, waren aufgeregt und hatten keinerlei Berührungsängste." Eine weitere Aktion füllte die Zusammenarbeit zwischen beiden Schulen gestern mit Leben. Der Erlös eines Kuchenbasars soll der Schule für geistig behinderte Kinder zugute kommen. Und eine weitere Idee gäbe es für eine engere Kooperation, wie Kerstin Dietrich verriet: "Man könnte ein gemeinsames Sportfest veranstalten." Eine Veranstaltung dieser Art fand bereits im vergangenen August zusammen mit der Lebenshilfe in Mertendorf statt.

Grundlage für den Projekttag in der MBA war indes neben dem Behindertentag ein Ausflug nach Weißenfels. Die Heilerziehungspfleger besuchten vor Ort die Integra Weißenfelser Land GmbH, einem Träger der Behinderten- und Jugendhilfe, und erlebten damals selbst, welche Barrieren in der Stadt den Behinderten den Alltag erschweren. Unterwegs mit dem Rollstuhl machten sie teils erschreckende Erfahrungen. "Vor einer Apotheke standen wir 15 Minuten, weil das Geschäft eine Stufe hatte und keiner half", blickte MBA-Schülerin Petra Müller zurück.


Mit den Schülern der Käthe-Kruse-Schule wurde ein Kekshaus gebaut.


Ein Tastpfad stand ebenfalls auf dem Programm des Projekttages.

  




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